Wie läuft die präklinische Prüfung von Brustimplantaten bei INNOPROOF ab?
Präklinische Prüfungen von Brustimplantaten sind mit internationaler Gültigkeit in der ISO 14607:2024 beschrieben. An dem finalen, sterilisierten Produkt werden Ermüdungsversuche (Anhang C.1 und C.3) und Aufprallprüfungen (Anhang C.2) verlangt. Betreffend die Hülle werden Zugversuche an standardisierten Proben mit Messung des Zugverformungsrests gefordert. Auch soll die Verbindung aus Hülle und Siegel im Zugversuch getestet werden (Anhang B). Für die Silikonfüllung selbst sind Kohäsionstests in Anhang E beschrieben.
Weiterhin sieht die ISO 14607 in Anhang H eine Messung der Oberflächentopographie vor. Hieraus werden die Flächenrauheit und weitere Oberflächenparameter bestimmt und daraus die Klassifizierung in glatt, mikrotexturiert oder makrotexturiert vorgenommen. Bei auffüllbaren Implantaten wird nach Anhang D die Zuverlässigkeit des Ventils oder der Injektionsstelle geprüft.
Für die FDA-Zulassung muss ein weiterer Ermüdungsversuch entsprechend der FDA Guidance Docket No. 2004D-0124 durchgeführt werden. Ziel dieses Versuchs ist die Entwicklung einer Woehlerkurve und Ermittlung einer Zeitfestigkeit des Implantats über 6,5 Millionen Lastzyklen. Weitere Prüfungen an Brustimplantaten sind in der ASTM F 703-18 beschrieben. Die mechanische Prüfung der Hülle entspricht Anhang B aus der ISO 14607. Die Prüfung auffüllbarer Implantate entspricht Anhang D. Die Kohäsionsprüfung entspricht Anhang E.
Ein Prüfverfahren, welches in der ASTM F 703-18 beschrieben ist, aber nicht in der ISO 14607, ist der Gel Bleeding Test. Hier wird das fertige, sterilisierte Produkt für 8 Wochen bei höherer Temperatur gelagert und ein eventueller Silikonaustritt durch die Schale gemessen. Alle oben genannten Prüfungen bieten wir bei der INNOPROOF GmbH für Ihre Produkte an. Auf den Feldern unten sind weitere Informationen zu den einzelnen Prüfungen bereitgestellt.
Unser Servicebereich wurde auch mit Prüfungen erweitert, die nicht normativ vorgegeben, aber in der Literatur beschrieben sind. Dazu gehört zum Beispiel die Prüfung der Elastizität der Gelfüllung.
Die in unserem Geltungsbereich akkreditierten Verfahren sind unten mit * gekennzeichnet. Im Rahmen der MRA-ILAC Vereinbarungen sind unsere Prüfungen international gültig.



Wir bieten als Prüfleistung für Brustimplantate unter anderem die Prüfungen auf Unversehrtheit der Hülle nach ISO 14607:2024 Anhang B an. Dazu gehören Prüfungen der Dehnbarkeit der Hülle, Messung des Zugverformungsrests nach gehaltener Dehnung und eine Prüfung der Festigkeit der Nähte.
Die ISO 14607 Stand 2024 beschreibt in Anhang C.1 die Ermüdungsprüfung von Brustimplantaten unter Schubbeanspruchung. Zwischen zwei horizontal angeordneten Platten wird das Implantat platziert und eine statische Last von 50 N pro Implantat appliziert. Mit Hilfe eines Exzenter-Antriebs wird eine der Platten hin- und herbewegt, wodurch eine Schubbeanspruchung auf das Implantat wirkt. Der Test wird über 6,5 Millionen Zyklen bei einer Frequenz von 3,33 Hz gefahren. Im Anschluss wird eine optische Rissüberprüfung vorgenommen.
Für die Aufprallprüfung nach ISO 14607:2024 Anhang C.2 wurde bei Innoproof ein eigenes Fallwerk entwickelt und aufgebaut, welches eine normkonforme Prüfung gewährleistet. Je nach Masse und Projektionshöhe des Brustimplantats wird die erforderliche Fallhöhe berechnet. Das Gewicht von 4,4 kg wird an einem Elektromagneten gehalten und die Fallhöhe anhand einer Maßanzeige eingestellt. Der Prüfkörper wird auf dem Probentisch zentral platziert. Mit Ausschalten des Elektromagneten wird das Fallgewicht gelöst und der Aufprall initiiert.
Die ISO 14607:2024 Anhang C.3 sowie das Dokument Docket No. 2004D-0124 der amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) beschreiben Ermüdungsprüfungen an Brustimplantaten, die die Entwicklung einer Woehler-Linie zum Ziel haben. Im Gegensatz zu den Ermüdungsprüfungen nach ISO 14607 unter Schubbeanspruchung werden die Implantate in der FDA-Richtlinie Docket No. 2004D-0124 einer zyklischen Druckbeanspruchung ausgesetzt. Mit definierten Ober- und Unterlasten werden sinusförmige Lastzyklen gefahren bis zu einem Durchläuferniveau von 6,5 Millionen Zyklen. Wir bieten Ihnen diesen Test zusammen mit statischen Rupturprüfungen nach ISO 14607:2007 an.
Anhang D der ISO 14607:2024 beschreibt die Prüfung der Injektionsstelle von auffüllbaren Gewebeexpandern (Brustimplantate). Die Injektionsstelle wird dabei mehrmals an der gleichen Stelle mit einer Kanüle durchstochen, während eine Wassersäule auf dem Durchgang lastet.
Wir bieten die Prüfung auf Kohäsion des Silikongels nach ISO 14607:2024 Anhang E an. Hierbei wird nur die Füllung getestet, nicht die Hülle. Das Silikon-Füllmaterial wird zur Kohäsionsprüfung in einen Trichter gefüllt, welcher genormte Abmaße und Oberflächenrauheiten besitzt. Das Gel wird für eine Dauer von (30,0 ± 0,1) min ungehindert durch die untere Öffnung des Trichters fließen gelassen.
In der ASTM F 703 wird eine Prüfung von Silikonimplantaten auf Gel Bleeding beschrieben. Diese überprüft das Implantat auf das Durchdringen von Silikongel durch die Elastomerhülle. Die Implantate werden auf platinvernetzten Silikonscheiben (70 Durometer) mit 50 mm Durchmesser platziert und für 8 Wochen bei 43,3°C gelagert. Wöchentlich wird das Gewicht der Silikonscheiben gemessen und die Gewichtsänderung bestimmt. Über Kontrollscheiben, welche ohne Implantat unter gleichen Bedingungen gelagert werden, können Abweichungen durch Umwelteinflüsse berücksichtigt werden. Die ASTM verlangt ein Minimum an drei Proben von jedem Implantattyp und drei zusätzliche Kontrollscheiben.
Die Prüfung der Materialeigenschaften von Gelen wird mit unserem eigenen Gerät BTC-2000 durchgeführt. Die Saugeinheit, die die Lasereinheit trägt, ist auf einem Mikroskopstativ mit Mikrometerantrieb montiert. Auf dem Mikroskopstativ befindet sich eine Waage. Das Grundprinzip der Gel-Elastizitätsprüfung besteht darin, einen Teil des Implantatgels unter Unterdruck in die zylindrische Kammer der Saugeinheit zu setzen und die Verformung des Gels mit einem Laser zu messen. Ein 1 cm großer Kreis der Implantathülle wird vom Apex des Implantats entfernt, und das Gel wird mit Lasertoner bestäubt, um die Laserverfolgung der Oberfläche zu verbessern.