Verfahren für die mechanische Prüfung von medizinischen Handschuhen

DIN EN 455-4 Haltbarkeit von Handschuhen* Nach DIN EN 455-1 kann eine Wasserhalteprüfung zur Überprüfung der Dichtigkeit von Einmalhandschuhen durchgeführt werden. Über ein vertikales Rohr werden 1000 ml Wasser mit einer Temperatur von 15°C bis 35°C in den zu überprüfenden Handschuh gefüllt. Der Handschuh wird unmittelbar visuell auf Undichtigkeiten überprüft. Der Handschuh gilt als undicht, sobald Wasser austreten kann. Nach 2 bis 3 min wird der Handschuh erneut visuell überprüft.

DIN EN 455-2 Physikalische Eigenschaften von Handschuhen*Nach der DIN EN 455-2 werden die Maße und die Reißkraft eines medizinischen Einmalhandschuhs bestimmt. Es werden pro Charge der Handschuhe mindestens 13 Proben verwendet. Für die Maße werden die Länge und die Breite des Handschuhs mit einem Lineal bestimmt und mit der Größentabelle in der Norm abgeglichen.

Dabei gelten je nach Verwendungszweck der Handschuhe verschiedene Maße. Für die Reißkraft des Handschuhs werden aus den Handschuhen im Handflächeninnenbereich Schulterstabproben ausgestanzt. Es wird die Einzelwanddicke des Handschuhs und die Dicke der Schulterprobe bestimmt. Die statisch bestimmte Reißkraft wird mit dem Verhältnis von Einzelwand- zu Probendicke multipliziert. Die dadurch bestimmte Reißkraft wird mit der Wertetabelle der Norm abgeglichen.

Die Handschuhe werden in Verbraucherverpackungen für die vorgesehene Haltbarkeitsdauer bei einer vom Hersteller bestimmten Temperatur gelagert. Danach werden die Handschuhe nach EN 455-1 auf Dichtheit und nach EN 455-2 auf Reißkraft geprüft. Die Unversehrtheit der Verpackung und die Eignung des Handschuhs für den vorgesehenen Zweck werden überprüft. Die Haltbarkeitsdauer ist der Zeitpunkt, an dem alle genannten Prüfungen noch bestanden wurden.